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Die Geschichte des heutigen Jugendhilfeverbundes von den Vorgängereinrichtungen bis heute verlässlich nachzuzeichnen ist nicht einfach. Es fehlen zum Teil Aufzeichnungen, insbesondere über die frühe Vorgeschichte zu Beginn des 20. Jahrhunderts.

Die hier dargestellte Chronologie der Entwicklung hat unser Mitarbeiter Gregor Völkers recherchiert. Bei seinen Nachforschungen konnte er auf Aufzeichnungen des Antonius-Altenzentrums e.V. sowie Informationen des aktuellen Verbundleiters Andreas Müller zurückgreifen.

 

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Im Ursprung kann der Beginn der Entwicklung des heutigen Jugendhilfeverbundes Antoniusheim auf den Anfang des 20. Jahrhunderts zurückgeführt werden. Im Jahre 1919, nicht lange nach dem ersten Weltkrieg, als im damaligen »Deutschen Reich« viel Not und Elend herrschte, spendeten die Eheleute Anna und Emil Ruppert einen großen Teil ihres Vermögens der Pfarrgemeinde Maria Hilf (»). Mit diesem Geld konnte ein großes Kurgelände mit einem Haupt- und mehreren Nebengebäuden für die damals beherbergten Kurgäste erworben werden. Auch zählte ein Kinderheim zu den Gebäuden. Hier wurden über 60 mittellose Kinder vorwiegend von Ordensschwestern der Augustinerinnen und später von Nonnen der Erlenbader Franziskanerinnen (») betreut. Vor allem in den Nachkriegsjahren war dies besonders hart, weil kaum genügend Essen, Kleidung, Geld und Möbel zur Verfügung standen. Den Namen »Antoniusheim« bekam die Einrichtung vom damaligen Vorsitzenden des Kuratoriums und späteren Bischof von Limburg Dr. Antonius Hilfrich (»). Namensgeber unserer Einrichtung ist allerdings nicht der Bischof - obgleich er den Vornamen »Antonius« trägt - sondern ein Mönch des 12. Jahrhunderts n. Chr: Der Heilige Antonius von Padua.

R A N D N O T I Z

Antonius von Padua (lat. Antonius Patavinus, Taufname Fernandus; *um 1195 (das Geburtsdatum ist unbekannt; traditionell wird der 15. August angegeben; als Geburtsjahr wird teils auch 1193, 1191 oder „um 1188“ angenommen) in Lissabon; †13. Juni 1231 in Arcella bei Padua), oft auch Antonius von Lissabon genannt, war ein portugiesischer Theologe, Franziskaner und Prediger. Er gilt als Heiliger und ist einer der 35 Kirchenlehrer der römisch-katholischen Kirche.

Der Heilige ist Schutzpatron der Städte Padua, Lissabon, Paderborn und Hildesheim sowie der Bäcker, Schweinehirten, Bergleute, Reisenden und Sozialarbeiter. Er wird bei Unfruchtbarkeit, Fieber, Pest, Schiffbruch, Kriegsnöten, Viehkrankheiten und auch für das Wiederauffinden verlorener Gegenstände (daher der Scherzname Schlampertoni) angerufen. Zudem soll er zu einer guten Geburt, zum Altwerden und zu einer guten Ernte verhelfen. Er gilt auch als Schutzheiliger der Frauen und Kinder, der Liebenden, der Ehe, der Pferde und Esel. Besonders bekannt ist sein Patronat über die Armen (unter dem Namen Antoniusbrot werden Spenden für Notleidende gesammelt).

█ QUELLEN

Bild: Joachim Schäfer, Ökumenisches Kirchenlexikon (»)

Text: wikipedia.org (»)

 

Ab 1934 wurden landesweit im Rahmen der Sittlichkeits- und Devisenschieberprozesse vor allem viele Klöster und Kirchen geschlossen und kirchliche Einrichtungen enteignet und umfunktioniert. Einige Jahre blieb das damalige Antoniusheim von dieser Entwicklung verschont. 1938 jedoch musste auch diese Einrichtung den politischen Zeitgeschehnissen Rechnung tragen. Die Ordensschwestern wurden vertrieben, die Heimkinder in anderen Einrichtungen untergebracht und die gesamte angebaute Landwirtschaft vernichtet. 1941 übergab man das Gelände dem »Lebensborn e.V.«.

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»Lebensborn e.V.«: Dieser Verein war in der Zeit des Nationalsozialismus der »SS« zugeordnet und diente der nationalistischen Bevölkerungs- und Rassenpolitik. So sollte er Frauen davon abbringen Schwangerschaften mit unehelichen Kindern abzubrechen. Vor allem in der Besatzungszone eröffnete der Lebensborn Zweigstellen, um die unehelichen Kinder der Besatzungstruppen unter die deutsche Obhut zu bekommen. Frauen, welche ein Kind erwarteten und es dem Lebensborn in Obhut geben wollten, mussten sich einer rassischen Auswahl unterziehen. In den deutschen Heimen des Lebensborn e.V. wurden bis Kriegsende ca. 8000 bis 9000 Kinder geboren.

█ QUELLE: Lebensspuren e.V., 2015 (»)

 

Über den genauen weiteren Werdegang während des Zweiten Weltkrieges lassen sich unterschiedliche Aufzeichnungen finden. Es scheint aber gesichert, dass der »Lebensborn« neue, anliegende Grundstücke erwarb, alte Gebäude abriss und neue Häuser mit einer besseren Wasserversorgung erbaute. Das von »Lebensborn« fortgeführte »Kinderheim Taunus« bestand auf Grund der katastrophalen Verhältnisse nur ein Jahr. Danach wurde vor allem ein Entbindungsheim betrieben. Hier wurden schätzungsweise bis zum Kriegsende 500 Kinder geboren.


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In den Nachkriegsjahren brach wiederum eine harte Zeit an. Die Stadt Wiesbaden betrieb zu dieser Zeit auf dem Gelände eine Frauenklinik und so insistierte die Kirche lange Zeit auf Rücküberschreibung des Grundstückes und der Wiedereröffnung des Kinderheimes. Anfang 1946 kehrten die ersten Ordensschwestern zurück. Da die freistehenden Gebäude für Kinder vollkommen ungeeignet waren, öffneten die Schwestern ihre Türen für alte Menschen und gründeten das Antonius-Altenheim (»). Erst später, als die Frauenklinik weitere Gebäude geräumt hatte, konnte das Kinderheim mit einer Heimschule eröffnet werden. Im Laufe der nächsten Jahre und nach Rückgabe des gesamten Grundstückes an den Antoniusheim e.V. wurden weitere Grundstücke gepachtet, eine große Scheune gebaut und die Landwirtschaft vorangetrieben. Nachdem lange kontrovers über die Schwerpunkte diskutiert und verhandelt wurde, in welche Richtung das Antoniusheim auf lange Sicht zusteuern sollte, entschied man sich schlussendlich dafür, das Kinderheim als auch das Altenheim zu behalten.

Am 19.10.1968 wurden vier Bungalows eingeweiht, in denen je 15 Kinder und eine Gruppenleiterin wohnen konnten. Außerdem gab es eine große Mehrzweckhalle mit Bühne, einen Klassenzimmer, einem Werkzimmer und mehreren Nebenzimmer. In dieser Zeit war Schwester Karola die Leiterin des Antonius-Kinderheimes. Mit ihr arbeiteten mehrere Ordensschwestern, Erzieherinnen, Pflegerinnen und Praktikantinnen mit auf dem Gelände. Im Jahre 1975 kehrte Schwester Karola ins Mutterkloster zurück. Bis zu diesem Jahr war das Kinderheim in der Trägerschaft des Antonius Altenheimes.


R A N D N O T I Z

Einer der hier beschriebenen Bungalows beherbergt heute die zentrale Verwaltung des Verbundes, die anderen drei Bungalows sind bis heute Wohngruppen für Kinder und Jugendliche. Die erwähnte »Mehrzweckhalle« wurde 2009 - nach vielen Jahren als Werkstatt des technischen Dienstes - ihrer ursprünglichen Bestimmung zurückgeführt: Das heutige Frida-Kahlo-Haus ist zu einem Haus des Lernens, der Bildung und der Begegnung geworden.

 

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Im Folgenden soll etwas verkürzt dargestellt werden, wie sich das Kinderheim entwickelte und welchen Stellenwert es zum heutigen Zeitpunkt einnimmt. Die meisten dieser folgenden Aufzählungen sind internen und teils privaten Aufzeichnungen des heutigen Verbundleiters Andreas Müller entnommen.

Im Jahr 1975 übernahm der Caritasverband Wiesbaden e.V. die Trägerschaft für das Kinderheim. Heute fungiert der Caritasverband Wiesbaden-Rheingau-Taunus (») als Gesellschafter; die Jugendhilfeverbund Antoniusheim GmbH fungiert als Träger. Nach drei Jahren wurde eine erste Außenwohngruppe (WG Erbenheim) mit in den Heimverbund, der als solcher noch nicht benannt war, aufgenommen. Ab 1981 nahm sich Heimleiter Otmar Mühlan der Geschicke und Planungen des Antonius-Kinder-und Jugendheimes an. In den Folgejahren wurden die Angebote und Wohngruppen stetig erweitert. Bestanden in den 1980er Jahren noch verschiedene kleinere eigenständige Jugendhilfeeinrichtung in Wiesbaden, wurde nun kontinuierlich ein Zusammenschluss verschiedenster Verbünde angestrebt.

Ab 1981 ergänzte das bis heute erhaltende Angebot des Außenbetreuten Wohnens (ABW) (») das Leistungsspektrum der Einrichtung. Nur vier Jahre später wurde eine Tagesgruppe im Paul-Körner-Haus eröffnet. Viele weitere Eröffnungen verschiedenster Wohngruppen im Raum Wiesbaden begleiteten auch die Zusammenschlüsse anderer Einrichtungen mit dem Antoniusheim, wie zum Beispiel 1992 mit dem Sozialdienst katholischer Frauen Wiesbaden e.V. und die Eingliederung des Verbundes Maria-Goretti-Heim in den Verbund Antoniusheim. Die schlussendliche Gründung der Jugendhilfeverbund Antoniusheim GmbH, so wie sie heute noch existiert, geschah erst im Jahre 2001. Bis heute ist die Erweiterung des Verbundes nicht abgeschlossen. Fast jährlich werden neue Einrichtungen geschaffen und bestehende ausgebaut. Inzwischen gibt es zahlreiche Wohngruppen über das gesamte Stadtgebiet Wiesbadens verteilt, welche fast sämtliche Betreuungsformate in der Kinder- und Jugendhilfe abdecken.

2007 ging Otmar Mühlan nach über 26-jähriger Tätigkeit als Heimleitung in den Ruhestand. Ihm folgte Andreas Müller (»), der noch heute die Einrichtung als Geschäftsführer und Verbundleiter organisiert und führt. Dieser Wechsel tat der Erweiterung des Antoniusheimes keinen Abbruch und so wurden in den darauffolgenden Jahren weitere Wohngruppen eröffnet und ältere Wohngruppen saniert. Eines der wichtigsten Projekte war dabei der Umbau der als Werkstatt genutzten Halle. Es entstand das heutige »Lernprojekt im Frida-Kahlo-Haus« (») (Eröffnung am 28.02.2010). Ebenfalls 2010 wurde ein einrichtungseigenes Ferienhaus im Fichtelgebirge seiner Bestimmung als Ziel zahlreicher Ferienfreizeiten übergeben. Am 28.05.2013 wurde der Naturhochseilgarten (») eröffnet.

 

D E R   J U G E N D H I L F E V E R B U N D   H E U T E

Heute gehört der Jugendhilfeverbund Antoniusheim zu den größten Leistungserbringern in der Kinder- und Jugendhilfe innerhalb Wiesbadens. Das Gelände im Bahnholz, welches oben im historischen Abriss beschrieben wurde, dient als Hauptstandort und ist auch Sitz der Leitung und Verwaltung. Auf dem Hauptgelände sind neben dem Frida-Kahlo-Haus bis heute vier verschiedene Wohngruppen in den immer noch bestehenden Pavillons untergebracht. Alle anderen Jugendlichen wohnen in vielen Außenwohngruppen, Häusern und Apartments. Im Gesamtverbund werden zurzeit über 260 Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene betreut. Der größte Schwerpunkt liegt dabei auf dem stationären Bereich.

Vor allem in den letzten Jahren hat sich das Klientel der zu betreuenden Kinder und Jugendlichen verändert. Auf Grund des enorm gestiegenen Bedarfs der Betreuungsplätze für unbegleitete minderjährige Ausländer/innen, wurden 2015 und 2016 neue Immobilien angemietet und neue Wohngruppen geschaffen. Am 16.04.2016 eröffnete das »Blaue Haus«. Damit erreichte diese Entwicklung ihren Höhepunkt (260 betreute umA). Im Dezember 2015 startete das Ehrenamts-Projekt »antoniuspaten«, das sich die Vermittlung von Patenschaften ehrenamtlich Engagierter für umAs zur Aufgabe gemacht hat.


Q U E L L E N

Porzt, Michael: Antoniusheim Altenzentrum e.V.:  http://verein.antoniusheim-altenzentrum.de/index.php/historisches/im-wandel-der-zeit (05.06.2015)

Lebensspuren e.V. 2015:  http://www.lebensspuren-deutschland.eu/?page_id=8 (05.06.2015)

Interne Aufzeichnungen der Jugendhilfeverbund Antoniusheim GmbH